Mehrere Polizeibeamte stehen auf einem öffentlichen Platz in der Nähe von Sitzgelegenheiten im Freien, während sich Menschen um sie herum versammeln. Einige Personen unterhalten sich mit den Beamten. Im Hintergrund sind umliegende Gebäude und Sonnenschirme zu sehen.

Sicherer geworden – und trotzdem verunsichert

Wie die Kandidierenden für das Oberbürgermeisteramt über Sicherheit in Offenburg sprechen. Sicherheit gehörte bei der offiziellen Kandidatenvorstellung in der Oberrheinhalle zu den meistgenannten Themen. Fast alle Bewerberinnen und Bewerber griffen das wachsende Unsicherheitsgefühl in Teilen der Bevölkerung auf. Doch was sie unter Sicherheit verstehen und welche Antworten sie daraus ableiten, unterscheidet sich erheblich.

Manche setzen vor allem auf Ordnungsdienst, Kontrolle und Videoüberwachung. Andere sprechen über Beleuchtung, Streetwork, Jugendangebote, sichere Wege oder belebte öffentliche Räume. Wieder andere verbinden Sicherheit fast ausschließlich mit Sauberkeit.

Bevor man diese Positionen bewertet, braucht es jedoch eine Unterscheidung, die in der politischen Debatte häufig verlorengeht: Offenburgs tatsächliche Kriminalitätsentwicklung und das Sicherheitsgefühl der Menschen sind nicht dasselbe.

Was sagen die Zahlen?

Im Jahr 2025 registrierte die Polizei in Offenburg insgesamt 6.026 Straftaten. Das waren 15,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Aggressionsdelikte waren nach Angaben der Polizei ebenfalls rückläufig; eine verstärkte Kinder- und Jugendkriminalität wurde nicht festgestellt.

Allerdings muss auch diese Zahl eingeordnet werden. Der deutliche Gesamtrückgang hängt teilweise mit weniger Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz und deutlich weniger registrierten Fällen von Schwarzfahren zusammen. Gleichzeitig gab es einen Mord, vier Fälle versuchten Totschlags und 124 registrierte Fälle häuslicher Gewalt. Wohnungseinbrüche sind seit 2021 gestiegen, Fahrraddiebstähle nahmen 2025 um 22,4 Prozent zu.

Die Zahlen erzählen deshalb keine einfache Geschichte. Offenburg ist nicht zu einem gefährlicheren Ort geworden, an dem Gewalt und Kriminalität ungebremst zunehmen. Dennoch gibt es Delikte und konkrete Entwicklungen, die ernst genommen werden müssen.

Quelle: Stadt Offenburg – Vorstellung der Kriminal- und Unfallstatistik 2025

Schwere Einzelfälle verändern die Wahrnehmung

Innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit wurde Offenburg von mehreren schweren Gewalttaten erschüttert. Solche Ereignisse prägen das Bild einer Stadt stärker als Hunderte statistische Tabellen. Sie bleiben im Gedächtnis, werden weitererzählt und erscheinen über klassische und soziale Medien immer wieder auf den Bildschirmen.

Nach den bislang bekannten Umständen bestanden bei diesen Fällen Beziehungen zwischen Opfern und Tätern im privaten oder beruflichen Umfeld. Das macht die Taten nicht weniger schrecklich. Für die Einschätzung des persönlichen Risikos im öffentlichen Raum ist dieser Unterschied aber bedeutsam. Eine Gewalttat innerhalb einer bekannten Beziehung sagt etwas anderes über die allgemeine Sicherheit in Straßen und auf Plätzen aus als ein zufälliger Angriff auf unbekannte Passantinnen oder Passanten.

In der öffentlichen Wahrnehmung verschwimmt diese Unterscheidung schnell. Übrig bleibt das Gefühl: So etwas passiert jetzt ständig und überall.

Wenn die ganze schlechte Welt auf einen Bildschirm passt

Unser Sicherheitsgefühl entsteht nicht allein aus eigenen Erfahrungen. Es entsteht auch aus Erzählungen, Bildern und Wiederholungen.

Über Nachrichtenseiten, Facebook-Gruppen, Messenger und andere soziale Medien erreichen uns heute innerhalb eines Tages Gewalttaten, Kriege, Unfälle und Katastrophen aus der ganzen Welt. Einzelne lokale Vorfälle werden geteilt, kommentiert und emotional zugespitzt. Was besonders erschreckend ist, erhält besonders viel Aufmerksamkeit.

Dadurch kann der Eindruck entstehen, Gewalt sei ständig und überall gegenwärtig – selbst wenn die registrierte Kriminalität vor Ort zurückgeht. Die Häufigkeit, mit der wir von einem Ereignis hören, ist aber nicht identisch mit der Häufigkeit, mit der es geschieht.

Das bedeutet nicht, dass Ängste eingebildet wären. Angst ist real, weil sie das Verhalten verändert. Menschen meiden bestimmte Wege, gehen abends nicht mehr aus oder fühlen sich in Bus, Bahnhof und Innenstadt unwohl. Die polizeiliche Prävention weist selbst darauf hin, dass das Sicherheitsgefühl mit Eintritt der Dunkelheit auch an objektiv sicheren Orten abnimmt und Frauen davon besonders betroffen sind.

Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention – Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum

Die politische Aufgabe besteht deshalb darin, das Sicherheitsgefühl ernst zu nehmen, ohne aus Angst eine objektive Gefahrenlage zu konstruieren.

Stadtgestaltung ist Sicherheitspolitik

Ob ein Ort sicher wirkt, hängt stark davon ab, wie er gestaltet und genutzt wird. Dunkle Unterführungen, schlecht einsehbare Wege, geschlossene Erdgeschosse, verlassene Haltestellen und menschenleere Plätze können Angst erzeugen, auch wenn dort statistisch kaum Straftaten stattfinden.

Umgekehrt schaffen Licht, Orientierung, gepflegte Wege, offene Geschäfte, Gastronomie, Wohnungen, Kultur und unterschiedliche Menschen im öffentlichen Raum soziale Aufmerksamkeit. Niemand kann jeden Ort durch Polizei, Ordnungsdienst oder Kameras überwachen. Eine lebendige Stadt erzeugt eine Form alltäglicher Sicherheit, die technische Kontrolle allein nicht leisten kann.

Forschung zur sozialräumlichen Prävention bestätigt, dass tatsächliche Kriminalität und gefühlte Unsicherheit auseinanderliegen können. Sicherheit wird nicht nur durch Kontrolle, sondern auch durch Gestaltung, soziale Nutzung, Zusammenhalt und erreichbare Hilfsangebote geprägt.

Quelle: TH Köln – Sicherheitsgefühl in Stadtquartieren

Vor diesem Hintergrund lohnt sich ein genauer Blick auf die sieben Kandidierenden.

Julian Christ: Sicherheit bleibt auffallend unbestimmt

Julian Christ nannte Sicherheit als eine der großen Herausforderungen, arbeitete das Thema in seiner Rede aber kaum aus. Konkret wurde er lediglich beim Bahnhofsumfeld. Dessen Umgestaltung im Zuge der Landesgartenschau solle auch das Sicherheitsgefühl verbessern.

Damit deutet er einen städtebaulichen Ansatz an: Ein übersichtlicheres, attraktiveres und stärker genutztes Bahnhofsumfeld kann Angsträume reduzieren. Offen blieb jedoch, welche konkreten Probleme Christ sieht und welche Rolle Beleuchtung, soziale Arbeit, Polizei, Ordnungsdienst oder Suchthilfe in seinem Konzept spielen.

Für einen Kandidaten mit hoher Verwaltungserfahrung blieb das Sicherheitsthema an diesem Abend überraschend blass.

Tobias Benz: Kontrolle und lebendige Stadt

Tobias Benz formulierte zunächst einen wichtigen Grundsatz: Wenn Menschen sagen, dass sie sich abends in der Innenstadt nicht mehr wohlfühlen, dürfe man das weder kleinreden noch für Stimmungsmache missbrauchen.

Er schlägt bessere Beleuchtung, eine sichtbarere Präsenz des kommunalen Ordnungsdienstes und gezielte Videoüberwachung an tatsächlichen Kriminalitätsschwerpunkten vor. Bei Vandalismus und Verschmutzung müsse konsequenter gehandelt werden.

Gleichzeitig betonte Benz, dass Sicherheit nicht nur durch Kontrolle entsteht. Geschäfte, Gastronomie und Menschen auf den Plätzen sorgten für soziale Aufmerksamkeit. Seine zentrale Aussage lautete: Eine lebendige Innenstadt ist eine sichere Innenstadt.

Das ist ein vergleichsweise ausgewogener Ansatz. Problematisch bleibt die Videoüberwachung. Benz erklärte nicht, nach welchen Daten die betreffenden Orte bestimmt, wie Verlagerungseffekte verhindert und wie Wirkung und Datenschutz überprüft werden sollen.

Ulrich Albicker: Sicherheit nüchtern statt mit Angstpolitik betrachten

Ulrich Albicker sprach bei der offiziellen Kandidatenvorstellung vor allem über sichere Mobilität: Kinder sollen sicher zur Schule kommen, ältere Menschen sich gefahrlos zu Fuß bewegen und Radfahrende durchgängige, sichere Verbindungen nutzen können. Gefahrenstellen sollen beseitigt und der öffentliche Nahverkehr gestärkt werden. Sicherheit ist für ihn damit auch eine Voraussetzung für Teilhabe.

In anderen Gesprächen hat Albicker seine Position zur öffentlichen Sicherheit deutlicher formuliert. Er verweist darauf, dass Offenburg über die Jahre sicherer geworden ist und die Zahl der registrierten Straftaten 2025 deutlich zurückging. Gleichzeitig nimmt er wahr, dass sich viele Menschen unsicherer fühlen.

Diese Differenzierung ist wichtig. Sie widerspricht sowohl dem Alarmismus als auch der Verharmlosung. Albicker sagt nicht, dass Menschen aufgrund der Statistik keine Angst haben dürften. Er stellt aber infrage, ob mehr Angst automatisch mehr reale Gefahr bedeutet.

Sein Ansatz passt zu seinem Konzept der kurzen Wege und einer lebendigen Stadt. Sicherheit entsteht demnach durch gut beleuchtete und einsehbare Wege, belebte Quartiere, Kultur, Gastronomie, erreichbaren Nahverkehr und unterschiedliche Menschen, die auch abends im öffentlichen Raum unterwegs sind. Hinzu kommt eine verantwortungsvolle Kommunikation, die konkrete Probleme benennt, aber nicht jeden Vorfall zum Beleg eines allgemeinen Kontrollverlusts erklärt.

Was Albicker noch konkreter ausarbeiten sollte, ist die institutionelle Seite: Wo braucht es professionelle Präsenz? Welche Rolle spielen Ordnungsdienst, Polizei, Streetwork, Suchthilfe und Unterstützung bei häuslicher Gewalt? Wie werden tatsächliche Problemschwerpunkte ermittelt?

Seine Grundhaltung ist dennoch überzeugend: Sicherheitspolitik darf nicht von der lautesten Angst gesteuert werden, sondern muss Tatsachen, Wahrnehmung und Stadtgestaltung zusammendenken.

Fritz Düker: Sauberkeit als Ordnungspolitik

Fritz Düker verband Sicherheit unmittelbar mit Sauberkeit. Beides sei das Fundament dafür, dass sich Familien und ältere Menschen wohlfühlen. Er forderte „Null Toleranz bei Vermüllung“, einen stärkeren städtischen Betriebshof und die schnelle Beseitigung von Schmutzecken.

Ein gepflegter öffentlicher Raum kann das Sicherheitsgefühl verbessern. Sauberkeit ersetzt jedoch keine Sicherheitsstrategie. Düker sagte kaum etwas zu Beleuchtung, Gewaltprävention, Jugend- und Sozialarbeit, Polizei, Ordnungsdienst oder Suchthilfe.

Problematisch war außerdem seine Formulierung, ein gepflegtes Stadtbild sei eine Frage des Respekts gegenüber den Menschen, die hier lebten und Steuern zahlten. Öffentliche Sicherheit gilt allen – auch Wohnungslosen, Jugendlichen, Menschen ohne Einkommen und jenen, die keine Steuern zahlen können.

Dükers Ansatz bleibt deshalb vor allem symbolische Ordnungspolitik.

Okan Altun: Sicherheit durch Begegnung

Okan Altun näherte sich dem Thema sozial und städtebaulich. Er sprach über lange, dunkle Wege vom Parkplatz zum Arbeitsplatz, vor allem aber über die Notwendigkeit einer lebendigen Innenstadt.

Er fordert längere Gastronomiezeiten sowie kostenlose Kultur-, Freizeit- und Sportangebote, insbesondere für Jugendliche. Wenn sich auch abends unterschiedliche Menschen in der Innenstadt aufhalten, profitieren nach seiner Auffassung nicht nur Gastronomie und Kultur. Öffentliche Räume können dadurch auch sicherer werden.

Das trifft einen wichtigen Punkt. Menschen schaffen soziale Präsenz. Räume, in denen gewohnt, gearbeitet, gefeiert und Kultur erlebt wird, sind weniger einsam als monofunktionale Einkaufsstraßen, die nach Geschäftsschluss leer stehen.

Altun beschreibt damit eine überzeugende präventive Grundidee. Offen bleibt, was geschehen soll, wenn Prävention nicht ausreicht, Straftaten stattfinden oder Menschen akut Hilfe benötigen.

Emanuel Rohr: Sicherheit durch Kontrolle

Emanuel Rohr machte Sicherheit und Sauberkeit zu einem Schwerpunkt seiner Rede. Er sprach von Drogenhandel am Bahnhof und von Menschen, die sich nach Einbruch der Dunkelheit in der Innenstadt nicht mehr wohlfühlten.

Sein Maßnahmenpaket war das umfangreichste und kontrollorientierteste: mehr sichtbare Präsenz, Kontrollen an Bahnhof und in Parkanlagen, zusätzliches Personal für den kommunalen Ordnungsdienst, Videoüberwachung an sogenannten Hotspots, konsequenteres Vorgehen bei Straftaten, bessere Beleuchtung, mehr Sauberkeit, eine digitale Meldestelle und schnellere Reaktionen der Verwaltung. Auch eine Zusammenarbeit mit Jugendsozialarbeit erwähnte er.

Damit präsentiert Rohr das deutlichste Law-and-Order-Angebot. Es reagiert auf das Bedürfnis nach sichtbarem Handeln, bleibt aber stark auf Symptome konzentriert. Kameras verhindern nicht automatisch Straftaten; sie können diese auch räumlich verlagern. Eine Meldestelle kann hilfreich sein, aber ebenso eine Dauerkommunikation vermeintlicher Missstände verstärken.

Unbeantwortet bleiben die entscheidenden Fragen: Welche Daten belegen die benannten Hotspots? Welche Wirkung soll Videoüberwachung konkret haben? Wie werden Datenschutz, Kosten und Erfolg kontrolliert? Und welchen Stellenwert erhalten Streetwork, Suchthilfe und soziale Prävention tatsächlich?

Yasemin Tondo: Prävention, Präsenz und Konsequenzen

Yasemin Tondo formulierte bei der offiziellen Vorstellung den umfassendsten präventiven Sicherheitsansatz. Sicherheit dürfe nicht bedeuten, überall Angst zu verbreiten. Sie bestehe aus Präsenz, Prävention, Ansprechbarkeit und – wenn Grenzen überschritten würden – auch aus Konsequenzen.

Tondo will Ordnungsdienst, Polizei, Jugend- und Sozialarbeit stärker zusammenbringen. Sie sprach ausdrücklich über Streetwork, Perspektiven und Angebote für junge Menschen und über ein Eingreifen, bevor Konflikte eskalieren. Prävention könne schon damit beginnen, Jugendlichen einen Ort zu geben, an dem sie willkommen sind.

Für die ersten Monate kündigte sie einen Sicherheitscheck zentraler Bereiche an. Das ist noch kein fertiges Konzept. Richtig angelegt könnte ein solcher Check aber nicht nur Kriminalitätszahlen, sondern auch Beleuchtung, Wegebeziehungen, Nutzungen und die unterschiedlichen Erfahrungen von Frauen, Jugendlichen, älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen untersuchen.

Tondo verbindet ordnungspolitische Handlungsfähigkeit deutlicher als die anderen Kandidierenden mit sozialer Prävention.

Mehr Kameras machen noch keine sichere Stadt

Die Positionen lassen sich grob drei Richtungen zuordnen.

Rohr und Düker setzen besonders stark auf sichtbare Ordnung und Kontrolle, wobei Rohr das wesentlich konkretere Programm vorgelegt hat. Benz verbindet Ordnungsdienst und mögliche Videoüberwachung mit Beleuchtung, Gastronomie und belebten Plätzen. Altun und Tondo stellen soziale und räumliche Prävention stärker in den Mittelpunkt; Tondo ergänzt diesen Ansatz um professionelle Präsenz und Konsequenzen.

Christ blieb in seiner Rede unbestimmt. Albicker formuliert dagegen eine faktenorientierte Grundhaltung und einen breiten Begriff von Sicherheit, der Mobilität, Stadtgestaltung und Teilhabe einschließt. Ein vollständiges institutionelles Sicherheitskonzept muss er daraus noch entwickeln.

Die überzeugendste Sicherheitspolitik liegt nicht an einem der beiden Extreme. Weder reicht es, Menschen mit sinkenden Kriminalitätszahlen abzuspeisen, noch hilft es, jedes Unsicherheitsgefühl mit zusätzlichen Kontrollen und Kameras zu beantworten.

Offenburg braucht:

  • eine ehrliche und regelmäßige Darstellung der tatsächlichen Kriminalitätsentwicklung,
  • eine differenzierte Betrachtung verschiedener Delikte und Orte,
  • professionelle Präsenz dort, wo reale Probleme bestehen,
  • Unterstützung für Opfer und konsequente Strafverfolgung,
  • Streetwork, Suchthilfe und Angebote für Jugendliche,
  • sichere und gut beleuchtete Wege,
  • belebte öffentliche Räume mit Wohnen, Gastronomie, Kultur und Nahverkehr,
  • eine öffentliche Kommunikation, die weder beschönigt noch Angst bewirtschaftet.

Sicherheit bedeutet auch Freiheit

Eine Stadt ist nicht dann sicher, wenn überall Kameras hängen und möglichst viele Menschen aus dem öffentlichen Raum verdrängt wurden. Eine Stadt ist sicher, wenn Kinder selbstständig unterwegs sein können, Frauen abends nicht Umwege gehen müssen, ältere Menschen ohne Sturzgefahr ihre Wege erledigen, Jugendliche Orte haben, an denen sie willkommen sind, und Hilfe erreichbar ist, wenn tatsächlich etwas geschieht.

Sicherheit ist deshalb mehr als die Abwesenheit von Straftaten. Sie ist die Freiheit, die eigene Stadt nutzen zu können.

Albickers Ansatz bietet dafür die überzeugendste Grundlage, weil er die statistische Entwicklung ernst nimmt, das Unsicherheitsgefühl nicht leugnet und Sicherheit mit Stadtgestaltung, Mobilität und Teilhabe verbindet. Tondo hat in der offiziellen Vorstellung allerdings am klarsten gezeigt, wie dieser Ansatz durch Streetwork, soziale Prävention und professionelle Präsenz ergänzt werden kann.

Die klügste Sicherheitspolitik für Offenburg müsste beides zusammenführen: nüchterne Fakten statt Angstpolitik – und eine Stadt, die durch ihre Gestaltung und ihr soziales Leben tatsächlich Sicherheit vermittelt.

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