Large crowd of people gathered outdoors on a sunny day, with trees in the background and a yellow car on the right.Quelle: © https://kfutd.de | CC BY-NC 4.0 International

Uli hört zu: Junge Menschen brauchen Platz für ihre Stadt

Ob junge Menschen gerne in ihrer Heimatstadt bleiben, entscheidet sich nicht nur an Ausbildungsplätzen oder Wohnraum. Es entscheidet sich auch daran, ob sie Orte finden, an denen sie sich treffen, austauschen und einfach Zeit miteinander verbringen können.

In der aktuellen Serie des Offenburger Tageblatts wünschen sich Lotte und Pia mehr Treffpunkte für Jugendliche, eine grünere Stadt und den besseren Schutz bestehender Bäume. Ihr Wunsch richtet sich an eine Stadt, die jungen Menschen mehr Freiraum gibt und das öffentliche Leben stärkt.

Uli antwortet

Liebe Lotte, liebe Pia,

euer Wunsch hat mich besonders gefreut, weil er zeigt, wie viele Themen zusammengehören.

Junge Menschen brauchen Orte, an denen sie willkommen sind – ohne Eintritt, ohne Konsumzwang und ohne das Gefühl, ständig weggeschickt zu werden. Eine Stadt sollte nicht nur Räume zum Einkaufen bieten, sondern auch Räume zum Leben.

Parks, Plätze und Grünflächen sind genau solche Orte. Sie werden aber nur dann zu echten Treffpunkten, wenn sie angenehm gestaltet sind: mit Schatten, Sitzgelegenheiten, Trinkwasser und einer Atmosphäre, in der man gerne bleibt. Gerade deshalb ist der Erhalt großer Bäume so wichtig. Sie machen unsere Stadt nicht nur schöner, sondern schaffen überhaupt erst die Aufenthaltsqualität, die ihr euch wünscht.

Auch euer Wunsch nach mehr Veranstaltungen gefällt mir. Kultur, Musik und gemeinsame Aktionen bringen Menschen zusammen und schaffen Erinnerungen. Dabei muss nicht alles groß und teuer sein. Oft reichen kleine Konzerte, offene Bühnen, Sportangebote oder Aktionen von Vereinen und Initiativen, um Plätze mit Leben zu füllen.

Was mich an eurem Wunsch besonders anspricht, ist ein Satz zwischen den Zeilen: Ihr möchtet eure Stadt mitgestalten.

Genau das wünsche ich mir auch. Junge Menschen sollten nicht erst gefragt werden, wenn es um einen neuen Skatepark geht. Sie sollten mitreden können, wenn wir über Stadtentwicklung, Mobilität, Klimaanpassung oder die Gestaltung öffentlicher Räume sprechen. Schließlich werden sie am längsten mit den Entscheidungen leben, die wir heute treffen.

Mein Ziel ist ein Offenburg, in dem junge Menschen nicht fragen müssen, wo sie hingehen dürfen, sondern viele Orte finden, an denen sie gerne sind. Eine grüne, lebendige Stadt mit Platz für Begegnung, Kultur und neue Ideen – denn eine Stadt gehört allen Generationen.

„Die Frage ist nicht, ob wir jungen Menschen Platz geben. Die Frage ist, ob wir eine Stadt gestalten, in der sie ihre Zukunft sehen.“

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