Eine lebendige Stadt erkennt man nicht nur an ihren Gebäuden oder Geschäften. Man erkennt sie daran, dass Menschen zusammenkommen, sich begegnen und gemeinsam etwas erleben. Kunst, Kultur und Tanz schaffen genau diese Momente. Sie machen eine Stadt unverwechselbar und geben ihr ein Gesicht.
In der aktuellen Serie des Offenburger Tageblatts wünscht sich Marianne Illig mehr Raum für Kunst und Kultur sowie eine bessere Erreichbarkeit der Innenstadt – auch aus den Ortsteilen.
Uli antwortet
Liebe Marianne,
vielen Dank für deinen Wunsch. Ich bin überzeugt: Kultur ist kein Luxus, den man sich leistet, wenn alles andere erledigt ist. Kultur gehört zur Daseinsvorsorge einer lebendigen Stadt.
Sie bringt Menschen unterschiedlicher Generationen und Herkunft zusammen, schafft Begegnungen und macht unsere Innenstadt lebendig. Gerade die freie Kulturszene, Vereine, Tanzgruppen, Musikerinnen, Musiker und junge Künstlerinnen und Künstler bereichern Offenburg mit ihrem Engagement. Sie verdienen gute Rahmenbedingungen und sichtbare Auftrittsmöglichkeiten.
Mir gefällt besonders dein Gedanke, dass Kultur für alle erreichbar sein muss. Das betrifft nicht nur die Eintrittspreise, sondern auch die Mobilität. Wer abends eine Veranstaltung besucht, sollte anschließend auch wieder zuverlässig nach Hause kommen – unabhängig davon, ob er in der Innenstadt oder in einem Ortsteil wohnt.
Ich wünsche mir deshalb eine Stadt, die Kultur nicht nur in wenigen großen Einrichtungen denkt. Auch Plätze, Parks, Straßen und Quartiere können Bühnen für Musik, Tanz, Theater oder Ausstellungen sein. Kleine Formate im öffentlichen Raum bringen Kultur dorthin, wo die Menschen sind.
Kultur und Stadtentwicklung gehören für mich zusammen. Wo Menschen sich gerne aufhalten, wo Plätze einladend gestaltet sind und wo Vereine und Kulturschaffende ihre Ideen verwirklichen können, entsteht genau das Lebensgefühl, das viele sich für Offenburg wünschen.
Mein Ziel ist eine Stadt, die Kreativität fördert, Begegnungen ermöglicht und Kultur als festen Bestandteil des öffentlichen Lebens versteht. Denn Kultur verbindet Menschen – und genau das macht eine Stadt lebendig.
Eine Stadt muss Kultur nicht vollständig selbst organisieren. Oft ist ihre wichtigste Aufgabe, Räume zu öffnen, bürokratische Hürden abzubauen und engagierte Menschen zu unterstützen. Die besten Ideen entstehen meist dort, wo Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv werden können.
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