Eine Nahaufnahme eines gelben Müllcontainers, der mit verschiedenem Müll gefüllt ist, darunter Papier, Pappe, Lebensmittelverpackungen und andere weggeworfene Gegenstände.

Uli hört zu: Sauberkeit muss im Alltag funktionieren

Eine saubere Stadt ist nicht nur eine Frage des Verhaltens ihrer Bürgerinnen und Bürger. Die Stadt muss es den Menschen auch möglichst einfach machen, sich richtig zu verhalten.

Der Wunsch klingt zunächst denkbar praktisch: mehr Mülleimer im Stadtpark. Aber genau an solchen kleinen Dingen zeigt sich, ob öffentlicher Raum funktioniert. Wenn Abfallbehälter regelmäßig voll sind oder dort fehlen, wo viele Menschen unterwegs sind, reicht der Appell an Eigenverantwortung allein nicht aus. Und spätestens bei einem Hundespaziergang bekommt die Frage nach dem nächsten Mülleimer noch einmal eine ganz eigene praktische Bedeutung.

Olga Wolf wünscht sich mehr Mülleimer im Offenburger Stadtpark. Die vorhandenen Entsorgungsmöglichkeiten seien zu wenige und teilweise überfüllt. Besonders an Wegen und bei Sitzbänken sollten zusätzliche Abfallbehälter stehen. Auch für Hundehalter sei es wichtig, benutzte Hundekotbeutel zeitnah entsorgen zu können.

Uli antwortet

Liebe Olga,

dein Wunsch ist einer von denen, bei denen man eigentlich sagen möchte: Das müsste doch lösbar sein.

Wenn Mülleimer im Stadtpark regelmäßig überfüllt sind und Abfall daneben landet, sollten wir zunächst ganz pragmatisch hinschauen: Wo stehen die Behälter? Wo fehlen welche? Wie groß sind sie? Und wie oft werden sie geleert?

Nicht überall braucht es einfach nur „mehr“. Manchmal kann ein anderer Standort oder eine häufigere Leerung bereits viel bewirken. An stark genutzten Wegen, Sitzplätzen und Treffpunkten müssen Entsorgungsmöglichkeiten aber selbstverständlich gut erreichbar sein.

Als Hundehalter kenne ich außerdem den zweiten Teil deines Wunsches aus eigener Erfahrung. Wer die Hinterlassenschaften seines Hundes ordentlich beseitigt, sollte anschließend nicht einen halben Park lang mit dem Beutel in der Hand nach einem Mülleimer suchen müssen.

Das passt für mich zu einem Grundsatz: Wir dürfen von Menschen Rücksicht und Verantwortungsbewusstsein erwarten. Aber dann sollte die Stadt auch die Infrastruktur bereitstellen, die verantwortungsvolles Verhalten einfach macht.

Dabei möchte ich noch einen Schritt weitergehen. Wir sollten solche Fragen nicht erst bearbeiten, wenn sich genügend Menschen beschwert haben. Parks und öffentliche Plätze verändern sich in ihrer Nutzung. Deshalb sollten wir regelmäßig prüfen, ob Reinigung, Leerungsintervalle, Toiletten, Sitzgelegenheiten oder Abfallbehälter noch dort und in dem Umfang vorhanden sind, wie sie tatsächlich gebraucht werden.

Mein Ziel ist ein Offenburg, in dem öffentliche Räume gepflegt und gerne genutzt werden. Dazu gehören große Zukunftsfragen – aber eben auch die kleinen, alltäglichen Dinge. Und wenn ein zusätzlicher Mülleimer oder eine häufigere Leerung ein konkretes Problem lösen kann, sollte eine Stadtverwaltung genau solche Dinge unkompliziert umsetzen können.

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