Group of people in high-visibility vests with bicycles under a glass canopy in a cobblestone town square at night.Quelle: © https://kfutd.de | CC BY-NC 4.0 International

Uli hört zu: Sicherheit beginnt mit einer lebendigen Stadt

Eine Stadt ist dann lebenswert, wenn Menschen sich gerne und ohne Angst in ihr bewegen – tagsüber genauso wie am Abend. Sicherheit ist dabei weit mehr als Kriminalitätsbekämpfung. Sie entsteht dort, wo Menschen unterwegs sind, wo öffentliche Räume gut gestaltet sind und wo sich niemand ausgeschlossen fühlt.

In der aktuellen Serie des Offenburger Tageblatts wünschen sich Hanako Marz und Samya Nasir, dass Sicherheit in Offenburg stärker in den Mittelpunkt rückt. Sie sprechen bessere Beleuchtung, Sicherheitskameras an kritischen Orten und eine lebendigere Innenstadt an.

Uli antwortet

Liebe Hanako, liebe Samya,

vielen Dank für euren Wunsch. Es ist ein wichtiges Anliegen. Niemand sollte sich überlegen müssen, welchen Weg er abends noch gehen kann oder welchen Platz er lieber meidet.

Sicherheit beginnt für mich damit, die Erfahrungen der Menschen ernst zu nehmen. Wenn sich Bürgerinnen und Bürger an bestimmten Orten unsicher fühlen, dann dürfen wir das nicht mit Statistiken wegdiskutieren. Dieses Sicherheitsgefühl verdient genauso viel Aufmerksamkeit wie die Kriminalitätszahlen.

Natürlich gehören eine gute Beleuchtung und eine enge Zusammenarbeit mit Polizei, Bundespolizei, Ordnungsdienst und sozialen Einrichtungen dazu. An einzelnen Orten können auch technische Lösungen sinnvoll sein, wenn sie rechtlich zulässig sind und tatsächlich zur Sicherheit beitragen.

Mindestens genauso wichtig ist aber die Gestaltung unserer Stadt. Dunkle, verlassene Plätze wirken anders als Straßen, auf denen Menschen unterwegs sind, Cafés geöffnet haben und Kultur stattfindet. Eine lebendige Innenstadt schafft soziale Kontrolle – und damit oft das beste Sicherheitsgefühl.

Deshalb gefällt mir auch euer Gedanke, die Innenstadt gerade in den Sommermonaten länger mit Leben zu füllen. Mehr Kultur, längere Aufenthaltszeiten und attraktive öffentliche Räume machen eine Stadt nicht nur lebendiger, sondern häufig auch sicherer.

Sicherheit bedeutet für mich deshalb mehr als Kontrolle. Sie entsteht durch das Zusammenspiel von guter Stadtplanung, einer präsenten Polizei, funktionierenden sozialen Angeboten und einer Innenstadt, in der sich Menschen gerne aufhalten.

Mein Ziel ist ein Offenburg, in dem Menschen jeden Alters zu jeder Tageszeit gerne unterwegs sind. Eine Stadt mit hellen, lebendigen öffentlichen Räumen, gegenseitigem Respekt und einer Sicherheitsstrategie, die nicht nur auf Probleme reagiert, sondern sie durch gute Planung und Zusammenarbeit möglichst gar nicht erst entstehen lässt.

„Die sicherste Stadt ist nicht die mit den meisten Kameras, sondern die, in der sich viele Menschen gerne aufhalten.“

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