Zwei lächelnde Männer machen vor einem Café ein Selfie im Freien. Einer trägt eine Kochuniform und hat ein Handtuch über die Schulter geworfen. Im Hintergrund sind in der Nähe eines Backsteingebäudes Sonnenschirme, Tische und andere Menschen zu sehen.Quelle: © https://kfutd.de | CC BY-NC 4.0 International

Uli hört zu: Eine Innenstadt darf abends leben

Die Debatte um junge Menschen, Gastronomie und Abendleben in Offenburg wird konkreter. Nachdem bereits der Wunsch nach mehr Angeboten für junge Leute formuliert wurde, kommt nun auch die Perspektive der Gastronomie hinzu: In den Sommermonaten wird es draußen oft erst am Abend angenehm – genau dann aber endet vielerorts das Leben auf den Terrassen.

Das ist mehr als ein Ärgernis für einzelne Lokale. Es berührt die Frage, welche Innenstadt wir wollen: eine, die nach Geschäftsschluss möglichst still ist, oder eine, in der Menschen auch abends zusammenkommen können.

Uli antwortet

Lieber Philipp,

du sprichst einen wichtigen Punkt an. Eine lebendige Innenstadt braucht nicht nur Handel, Verwaltung und Veranstaltungen. Sie braucht auch Gastronomie, Begegnung und die Möglichkeit, Sommerabende gemeinsam zu genießen.

Natürlich müssen Ruhebedürfnisse ernst genommen werden. Wer in der Innenstadt wohnt, darf nicht einfach übergangen werden. Aber es kann auch nicht die Lösung sein, städtisches Leben vorsorglich auszubremsen.

Gerade in Zeiten zunehmender Hitze verschiebt sich das Leben stärker in die Abendstunden. Wenn wir wollen, dass Menschen die Innenstadt nutzen, müssen wir auch darüber sprechen, wie Außengastronomie, öffentliche Plätze und Nachbarschaft besser miteinander funktionieren können.

Dafür braucht es klare Regeln, gute Kommunikation und den Willen, Lösungen zu finden: zum Beispiel abgestufte Zeiten, verlässliche Ansprechpersonen, Modellversuche in Sommermonaten und eine faire Abwägung zwischen Ruhe und Stadtleben.

Eine Innenstadt, die abends totenstill sein soll, wird nicht attraktiver. Sie verliert genau das, was sie eigentlich ausmacht: Begegnung, Atmosphäre und Leben.

Mein Ziel ist eine Stadt, in der Menschen gerne zusammenkommen – mit Rücksicht, aber ohne Angst vor Lebendigkeit.

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