Was macht eine Stadt lebenswert? Es sind nicht nur schöne Plätze oder moderne Gebäude. Es sind die Orte, an denen Menschen sich begegnen, miteinander ins Gespräch kommen, lernen oder einfach Zeit verbringen können – unabhängig vom Geldbeutel oder Alter.
In der aktuellen Serie des Offenburger Tageblatts wünscht sich Sandra Lang, dass Offenburg auch künftig eine Stadt der Bildung bleibt. Sie spricht sich für eine starke Stadtbibliothek, mehr öffentliche Treffpunkte ohne Konsumzwang, ausreichend öffentliche Toiletten und ein gepflegtes Stadtbild aus.
Uli antwortet
Liebe Sandra,
vielen Dank für deinen Wunsch. Ich finde, du sprichst einen Punkt an, der in der Stadtentwicklung oft zu wenig Beachtung findet.
Eine Stadt braucht öffentliche Orte, an denen Menschen einfach sein dürfen. Orte zum Lesen, Lernen, Reden oder Ausruhen – ohne Eintritt, ohne Kaufpflicht und ohne das Gefühl, nicht willkommen zu sein.
Die Stadtbibliothek ist dafür ein wunderbares Beispiel. Sie ist längst mehr als ein Ort für Bücher. Sie ist ein Treffpunkt für Menschen jeden Alters, ein Lernort, ein Kulturort und ein Stück gelebte Chancengleichheit. Ich wünsche mir, dass wir sie weiter stärken und ihre Angebote kontinuierlich weiterentwickeln.
Genauso wichtig sind öffentliche Plätze, Parks und Grünanlagen. Sie schaffen Begegnungen zwischen Generationen und Kulturen. Damit sie gerne genutzt werden, brauchen sie Schatten, Sitzgelegenheiten, Trinkwasser, öffentliche Toiletten und eine gute Pflege. Solche Orte kosten Geld – aber sie sind eine Investition in den Zusammenhalt unserer Stadt.
Gerade öffentliche Toiletten werden oft unterschätzt. Dabei entscheiden sie mit darüber, ob sich Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen oder Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen gerne in der Stadt aufhalten. Wer eine Stadt für alle gestalten möchte, muss auch an diese alltäglichen Bedürfnisse denken.
Für mich gehören Bildung, Begegnung und Aufenthaltsqualität untrennbar zusammen. Eine Stadt lebt nicht nur von ihren Gebäuden, sondern von den Beziehungen zwischen den Menschen.
Mein Ziel ist ein Offenburg, das Begegnungen ermöglicht. Eine Stadt mit lebendigen Bibliotheken, attraktiven öffentlichen Räumen und Treffpunkten für alle Generationen. Denn eine starke Stadtgesellschaft entsteht dort, wo Menschen sich begegnen, voneinander lernen und gemeinsam ihre Stadt gestalten können.
„Eine gute Stadt erkennt man daran, dass Menschen auch dann gerne dort bleiben, wenn sie gerade nichts erledigen müssen.“
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