Ein Mann steht auf, um zu einer Gruppe von Menschen zu sprechen, die in einem Restaurant, das mit gerahmten Bildern und einem an der Wand befestigten Fahrrad geschmückt ist, an Tischen sitzen.

Wohnen und Bäume: Offenburg braucht beides

Wie soll sich Offenburg entwickeln? Dieser Frage widmet sich der Bericht „Pläne für die Stadt“ von Volker Gegg im Offenburger Tageblatt. Bei einem Gespräch der Architektenvereinigungen in der „Laubenlinde“ diskutierten vier OB-Kandidaten über Wohnraum, Grünflächen und die Zukunft unserer Stadt. Mit dabei: Ulrich Albicker, Julian Christ, Tobias Benz und Fritz Düker.

Bemerkenswert ist bereits der Einstieg: Jürgen Caroso von der Architektenkammer verwies auf Offenburgs schlechte Position bei der Beschattung. Damit stand eine Frage im Raum, die uns seit Langem beschäftigt: Wie bleibt unsere Stadt auch in heißen Sommern lebenswert?

Uli Albicker verbindet die Forderung nach 20.000 zusätzlichen Bäumen mit der Förderung genossenschaftlichen Wohnens. Der Bericht nennt außerdem seinen Ansatz, bürokratische Hürden abzubauen und Verwaltungsabläufe stärker zu digitalisieren. Sein Anliegen: Stadtentwicklung als zusammenhängende Aufgabe zu verstehen.

Für uns liegt genau darin der entscheidende Punkt. Offenburg braucht bezahlbare Wohnungen und schattige Straßen, lebendige Quartiere und Raum für versickerndes Regenwasser. Diese Bedürfnisse müssen gemeinsam geplant werden. Wer Wohnraum schafft, sollte von Anfang an auch an sommerliche Hitze, Grünflächen und die Menschen denken, die dort leben werden.

Wir ergänzen deshalb einen Grundsatz, der im Bericht nicht vorkommt: Umnutzung vor Abriss und Neubau. Bestehende Gebäude weiterzuverwenden kann Ressourcen und die bereits im Bau gebundene Energie bewahren. Leerstand zu aktivieren und versiegelte Flächen besser zu nutzen, eröffnet Chancen für Wohnraum und eine lebenswertere Stadt.

Auch andere Kandidaten sprechen im Bericht über Begrünung, Leerstand und bezahlbares Wohnen. Das ist erfreulich. Entscheidend wird sein, welche Priorität diese Ziele nach der Wahl bekommen – gerade dann, wenn um Flächen, Geld und Parkplätze gerungen wird.

Wir haben Bäume, Klimaanpassung und eine sozial gerechte Stadt immer wieder auf die Tagesordnung gebracht. Der Artikel zeigt: Diese Fragen gehören inzwischen mitten in die Debatte über Offenburgs Zukunft. Jetzt braucht es den Willen, daraus konkrete Veränderungen zu machen.

Zum Weiterlesen: Volker Gegg, „Pläne für die Stadt“, Offenburger Tageblatt.

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