Illustration auf dem Einband des Kinderbuchs mit dem Titel So geht Straße!, die eine belebte Stadtstraße mit Autos, einem Lieferwagen, Radfahrern und einem Eichhörnchen in einem Baum zeigt.

So geht Straße! – Kerstin Finkelstein

Wie Kinder sich bewegen und wem die Stadt gehört. Zugeparkte Straßen, Autos dicht an dicht, dazwischen eine Frau und ein Kind auf Fahrrädern: Schon das Cover von „So geht Straße!“ zeigt eine Situation, die viele Familien kennen. Wer mit Kindern unterwegs ist, weiß, wie schnell eine alltägliche Fahrt zur Herausforderung wird.

Das Kinderbuch von Kerstin Finkelstein, illustriert von claire Lenkova, setzt genau hier an. Es will Kinder auf den Straßenverkehr vorbereiten, den sie tatsächlich erleben. Der Verlag beschreibt ausdrücklich einen realistischen Zugang: Die Bilder zeigen auch eine städtische Raumaufteilung, bei der Kinder, Radfahrende und Menschen zu Fuß häufig zu kurz kommen. Humor gehört dabei zum Konzept.

Unterwegs in der wirklichen Welt

Verkehrsregeln, Schilder, Handzeichen, Helm und Anhalteweg: Das Buch greift grundlegende Themen auf, die Kinder für ihre Mobilität brauchen. Auch das Hören und die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr gehören dazu. Es richtet sich damit zugleich an Eltern, die ihre Kinder auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit begleiten.

Dabei geht es um eine Erfahrung, die sich kaum mit dem Auswendiglernen von Verkehrszeichen bewältigen lässt: Straßen können eng, unübersichtlich und zugestellt sein. Regeln zu kennen hilft. Doch sicher unterwegs zu sein hängt ebenso davon ab, wie andere Menschen handeln und wie die Straße gestaltet ist.

Kinder brauchen Platz

Für uns bei der KfUTD führt das unmittelbar zu einer größeren Frage: Welche Möglichkeiten geben wir Kindern, sich ihre Stadt selbstständig zu erschließen?

Zur Schule fahren, Freund besuchen, zum Spielplatz laufen – solche Wege sind wichtige Schritte in ein selbstbestimmtes Leben. Wenn Eltern ihre Kinder aus Sorge vor dem Verkehr überallhin begleiten oder fahren müssen, fehlt ihnen ein Stück Freiheit.

Deshalb muss Verkehrserziehung mit einer Stadtgestaltung zusammenkommen, die diese Freiheit ermöglicht. Kinder brauchen übersichtliche Querungen, freie Gehwege, sichere Radverbindungen und ein Verkehrstempo, das Fehler verzeiht. Sie brauchen Straßen, auf denen ihre Anwesenheit selbstverständlich ist.

Das ist eine Aufgabe für Politik, Verwaltung und alle, die am Verkehr teilnehmen. Kinder können lernen, aufmerksam zu sein. Die Verantwortung für sichere Straßen dürfen wir ihnen trotzdem nicht aufladen.

Ein Gesprächsanlass für die ganze Familie

„So geht Straße!“ bietet einen anschaulichen Einstieg, um gemeinsam über das Unterwegssein zu sprechen. Schon die Bilder werfen Fragen auf: Wo fühle ich mich sicher? Wo versperren Autos die Sicht? Wo ist genug Platz? Und was müsste sich verändern, damit ich meinen Weg allein zurücklegen kann?

Diese Fragen gehören auch in die öffentliche Diskussion in Offenburg. Denn eine kinderfreundliche Stadt zeigt sich ganz konkret auf dem Weg zur Schule, an der nächsten Kreuzung und vor der eigenen Haustür.

Unsere Perspektive auf das Buch: Praktisches Wissen über den Straßenverkehr kann Kinder stärken. Zugleich sollten wir Erwachsenen uns fragen, welche Straßen wir ihnen zumuten – und wie wir sie besser machen können.

Das Buch:
So geht Straße!
Text: Kerstin Finkelstein
Illustrationen: claire Lenkova
Verlag: Jacoby & Stuart

Weitere Informationen beim Verlag

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