Wie angenehm eine Stadt für Menschen ist, entscheidet sich oft an ganz einfachen Dingen: Gibt es Schatten? Gibt es Bäume? Gibt es unterwegs einen Platz, an dem man sich kurz hinsetzen kann?
Albert Bauers Wunsch verbindet damit zwei Aspekte, die gut zusammenpassen. Grün macht eine Stadt nicht nur attraktiver, sondern kann an heißen Tagen Aufenthaltsqualität schaffen. Und Sitzgelegenheiten entscheiden mit darüber, ob Wege und Freiräume auch für Menschen angenehm nutzbar sind, die zwischendurch eine Pause brauchen.
Albert Bauer wünscht sich eine grünere Offenburger Innenstadt mit mehr Grünflächen und insbesondere mehr Bäumen. Er verweist auf Schatten und Luftqualität als wichtige Funktionen von Stadtgrün.
Außerdem fehlen ihm auf seinen längeren Fahrradtouren entlang der Kinzig Möglichkeiten zum Ausruhen. Einige zusätzliche Ruhebänke würden den Weg für ihn deutlich angenehmer machen.
Uli antwortet
Lieber Albert,
dein Wunsch klingt zunächst ziemlich schlicht: mehr Bäume und ein paar Bänke. Tatsächlich steckt darin aber eine wichtige Frage der Stadtgestaltung: Planen wir unsere öffentlichen Räume nur als Wege von A nach B – oder als Orte, an denen Menschen sich gerne aufhalten?
Für mich gehört beides zusammen.
Gerade in der Innenstadt brauchen wir Grün nicht nur als Dekoration. Bäume können Schatten spenden und Plätze und Straßen an heißen Tagen angenehmer machen. Deshalb sollten wir bei jeder Umgestaltung überlegen, wo zusätzliche Bäume und Grünflächen möglich sind und wo vorhandenes Grün erhalten werden kann.
Ähnlich ist es mit Sitzgelegenheiten. Eine Bank ist ein kleines Stück Infrastruktur, aber für viele Menschen kann sie entscheidend sein: für ältere Menschen, für Familien, für Spaziergänger oder eben für jemanden, der mit dem Fahrrad an der Kinzig unterwegs ist und eine Pause machen möchte.
Dabei geht es aus meiner Sicht nicht einfach darum, möglichst viele Bänke irgendwo aufzustellen. Entscheidend sind die richtigen Orte: an Wegen, unter Bäumen, an schönen Blickpunkten und dort, wo Menschen tatsächlich vorbeikommen und verweilen möchten.
Das gilt übrigens genauso für die Innenstadt. Ein Platz wird nicht dadurch lebendig, dass Menschen ihn möglichst schnell überqueren. Aufenthaltsqualität entsteht dort, wo wir Möglichkeiten zum Sitzen, Schatten, Wasser, Grün und Begegnung schaffen.
Mein Ziel ist ein Offenburg, dessen öffentliche Räume für Menschen angenehm nutzbar sind – mit mehr Grün dort, wo es möglich ist, mit Schatten an heißen Tagen und mit genügend Orten zum Sitzen und Ausruhen. Manchmal beginnt gute Stadtentwicklung eben tatsächlich mit einem Baum und einer Bank.
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